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Die
Macht des Schwachsinns ISBN 978-3-907857-09-0 |
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Zum
Inhalt
Im
Mittelpunkt dieses fiktiven
Romans steht Gregor Retzlich, welcher nach dem Medizinstudium seine
Leidenschaft für die Forschung entdeckt. Im Anschluss an seine
Doktorarbeit will
er am Institut seines Doktorvaters durch den Aufbau einer eigenen
Arbeitsgruppe
eine wissenschaftliche Karriere machen, doch das Schicksal ist gegen ihn.
Seine Kooperationspartner
am Institut verlieren durch Frauengeschichten ihre wissenschaftliche
Leistungsfähigkeit und ein von seinem Doktorvater vermittelter
Freund, welcher
Gregor bei dem Einwerben von Fördergeldern helfen soll,
entpuppt sich als Betrüger,
der bei seinen Anträgen zur Finanzierung seiner eigenen
Arbeitsgruppe Ideen
verwendet, die er von Gregor gestohlen hat. Gregor kämpft zwar
um sein Urheberrecht,
muss aber mangels eindeutiger Beweise den Kürzeren ziehen, das
Institut verlassen
und in die freie Wirtschaft wechseln.
In einer Pharmafirma
versucht Gregor, seine Forschungsideen zu verwirklichen. Hierzu muss er
sich
mit den Gepflogenheiten in dieser Pharmafirma vertraut machen, welche
für ihn
teils verwunderlich, teils verwirrend und unverständlich sind.
Er erfährt, dass
sein direkter Vorgesetzter, ein überheblicher, flegelhaft und
autoritär sich
verhaltender Forschungsleiter die Forschungsplanung nach seinen
persönlichen
Interessen und zu Lasten der Firma ausrichtet und hierbei seinem
Forschungsvorstand nacheifert. Gemeinsam mit diesem und mit
Unterstützung einer
Beraterfirma legt der Forschungsleiter strategische Ziele für
die Firma fest,
die Gregor als unsinnig und wirklichkeitsfremd ansieht. Doch der
Forschungsleiter lässt keine Erörterung der Strategie
zu, sondern weitet die
Verwaltung und Kontrolle aus, um seine Strategie durchzusetzen.
Anstatt dass Gregor seine
Ideen mit einem eigenen Forschungsprojekt zügig umsetzen kann,
muss er auf
Anordnung des Forschungsleiters vorrangig die von diesem bevorzugten
Entwicklungsprodukte
bearbeiten. Im Zuge dieser Arbeit erkennt Gregor, dass die Wirksamkeit
der
Entwicklungsprodukte mangelhaft ist. Der Forschungsleiter verweigert
sich
dieser Erkenntnis, schönt stattdessen die von Gregor
vorgelegten Ergebnisse und
befiehlt Gregor, sein eigenes Forschungsprojekt
zurückzustellen und die
Entwicklungsprodukte voranzutreiben. Gregor kann somit sein eigenes
Forschungsprojekt nur noch außerhalb der Dienstzeiten und in
Zusammenarbeit mit
auswärtigen Forschungsinstituten weiterverfolgen.
Als auch die klinische
Prüfung der Entwicklungsprodukte Zweifel an deren Wirksamkeit
aufkommen lässt,
fordert der Forschungsleiter Gregor auf, alle bisherigen Ergebnisse
dieser
Zusammenarbeit zu berichten. Aus den vorgelegten Ergebnissen
wählt der
Forschungsleiter eigenmächtig ein neues Entwicklungsprodukt
aus. Durch die
Benennung eines weiteren Entwicklungsproduktes beabsichtigt er, den
Wert der
Pharmafirma zu halten, wenn nicht sogar zu steigern. Da Gregor die
vergleichenden Untersuchungen der Wirksubstanzen in seinem
Forschungsprojekt
noch nicht abgeschlossen hat, hält er die Festlegung des
Forschungsleiters für
voreilig und falsch, kann sie aber nicht verhindern.
Gregor muss nun mit
ansehen, wie zum einen eine ungeeignete Wirkstoffsubstanz aus seinem
Forschungsprojekt mit aller Macht als Entwicklungsprodukt
vorangetrieben wird
und wie zum anderen die von ihm erarbeiteten Ergebnisse aus seinem
Forschungsprojekt
vom Forschungsleiter als dessen eigene wissenschaftliche Verdienste
öffentlich
dargestellt werden.
Auch Gregor wird
gezwungen, alle seine Kräfte ausschließlich auf die
weitere Bearbeitung des
voreilig festgelegten neuen Entwicklungsproduktes einsetzen.
Für ihn ist es
jedoch voraussehbar, dass auch dieses Entwicklungsprodukt scheitern
wird und dadurch
nicht nur die Existenz der Pharmafirma bedroht ist, sondern auch der
Erfolg
seines eigenen Forschungsprojektes.
Um dieser Bedrohung zu
entgehen, verstärkt Gregor in seiner Freizeit die Arbeit an
seinem
Forschungsprojekt und die Zusammenarbeit mit auswärtigen
Forschungsinstituten.
Deren Ergebnisse sind derart überzeugend, dass Gregors
Kooperationspartner sie
veröffentlichen wollen. Gregor muss beim Forschungsleiter um
die Genehmigung
dieser Veröffentlichung nachfragen. Hierbei versucht der
Forschungsleiter, als
Koautor in diese Veröffentlichung aufgenommen zu werden. Als
seine
Anstrengungen ins Leere laufen, untersagt er die
Veröffentlichung.
Trotz des Verbotes des
Forschungsleiters veröffentlichen die Kooperationspartner ihre
Ergebnisse am
Forschungsprojekt, wobei sie Gregor als leitenden Koautor
aufführen. Die
Veröffentlichung beeindruckt die Fachwelt derart, dass Gregor
für seine
wissenschaftlichen Verdienste den alle drei Jahre ausgeschriebenen
Preis der
Wissenschaftsvereinigung verliehen bekommt.
Zur gleichen Zeit
verkündet der Vorstand der Pharmafirma, mit einem Mitbewerber
fusionieren zu
wollen. Offizielle Begründung der Fusion ist die gemeinsame
Stärke, welche es
ermöglicht, die als hochattraktiv bezeichneten
Entwicklungsprodukte der Pharmafirma
in den Markt einzuführen. In Hinblick auf die im Zuge der
Fusion anstehende
Sorgfaltsprüfung aller vorliegenden Produktbewertungen
versucht der Vorstand,
durch verlockende Karriereversprechungen Gregor zu einer Neubewertung
der von
ihm als mangelhaft wirksam eingestuften Entwicklungsprodukte zu
bewegen. Als
Gregor sich von diesen Versprechungen nicht beeinflussen
lässt, beauftragt der
Forschungsleiter die Beratungsfirma mit dieser Neubewertung.
Die Fusion wird mit Hilfe
der Beratungsfirma durchgeführt und hat einen erheblichen
Anstieg des
Börsenkurses der Pharmafirma zur Folge. In der aus der Fusion
neu entstandenen
Firma rücken der ehemalige Forschungsleiter zum
Forschungsvorstand und der
ehemalige Forschungsvorstand zum Aufsichtsratsmitglied auf.
Mit Hilfe der
Beraterfirma wird für die neue Firma eine Strategie
entwickelt, deren
Zielsetzung der neue Forschungsvorstand Gregor vorstellt. Da diese
Strategie
ähnlich ist der Strategie der alten Pharmafirma, beurteilt sie
Gregor gleichermaßen
als unsinnig und nicht zu verwirklichen. Daraufhin wird ihm vom neuen
Forschungsvorstand
die Auflösung des
Beschäftigungsverhältnisses angedroht.
Kurze Zeit später
erfährt
Gregor, dass die aus der alten Pharmafirma stammenden neuen
Aufsichtsratsmitglieder wie auch der neue Forschungsvorstand
zurückgetreten
bzw. des Amtes enthoben wurden. Als Grund hierfür entpuppt
sich, dass eine
konkurrierende Pharmafirma die aus der Fusion entstandene Pharmafirma
kaufen
will, jedoch deren Rendite und Produktportfolio vorher optimiert haben
möchte.
Mit der Optimierung ist wiederum die Beraterfirma beauftragt worden.
Diese will
die Optimierung durch drastische Verminderung des Personals und durch
Einstellung aller Arbeiten an den nunmehr auch von der
Geschäftsleitung als
mangelhaft wirksam angesehenen Entwicklungsprodukten erzielen.
Gregor bekommt von dem
Personalleiter und von der Beraterfirma die Schuld am Scheitern der
Entwicklungsprodukte zugeschoben. Der Personalleiter hat den Auftrag,
das Beschäftigungsverhältnis
mit Gregor aufzulösen. Gregor muss erkennen, dass er dem
Angebot einer
Auflösung des Beschäftigungsverhältnisses
nicht ausweichen kann.
Zum Schluss steht Gregor
vor den Scherben seines Lebensinhaltes. Leidenschaftlich hat er sein
Leben der
Forschungsarbeit gewidmet. Sein Ziel war die Findung eines neuen
Arzneimittels
gegen Nervenkrankheiten gewesen. Doch seine Erfolg versprechenden Ideen
und
Ansätze wurden ihm am Institut durch Diebstahl im
Kollegenkreis und in der
Pharmafirma durch die Entscheidungen seiner Vorgesetzten zu Nichte
gemacht.
Nunmehr droht ihm sogar der Verlust seiner Arbeitstelle.
Weil Gregors
Forschungsarbeit in seinem Leben absoluten Vorrang hatte, wurde er von
seiner
ersten Frau und den gemeinsamen Kindern verlassen und ist ihm seine
zweite Frau
fremd geblieben.
Nur sein Smoking ist ihm
als Erinnerung geblieben. Diesen Smoking hatte er sich für die
Hochzeit mit
seiner ersten Frau gekauft, dann über Jahrzehnte im Schrank
belassen und erst
wieder bei der Verleihung des Preises der Wissenschaftsvereinigung
angezogen.
Durch dieses Ereignis spürt Gregor, in welchem
Ausmaß ihm der Smoking ans Herz
gewachsen ist.
Nun sucht Gregor Schutz
in diesem Smoking, wandert mit ihm ziellos umher und verirrt sich
schlussendlich auf der Flucht vor seinem Leben.
Nur ein streunender Hund
gesellt sich zu Gregor, angelockt vom dem Schweiß, der ihm
bei der
Preisverleihung vom Körper geflossen war und der noch im
Smoking steckt, weil
er ihn wegen seiner Forschungsarbeit aus Zeitmangel noch nicht hat
reinigen
lassen.
Jens Kleinbäuerle
beschreibt den Wissenschaftler Gregor Retzlich, sein Verhalten, seine
Entscheidungen, Gedanken, Ängste und
Glücksgefühle derart nüchtern und
treffend, dass der Schwachsinn hinter den zahlreichen
Äußerungen, Erlebnissen
und Entscheidungen der Figuren des Romans und den fragwürdigen
Rollen des
Forschungsleiters, des Forschungsvorstandes und der Beraterfirma vom
Leser
bewusst in einer Weise wahrgenommen werden kann, als wäre er
dabei gewesen.
Ja, genau so oder so
ähnlich habe ich das eine oder andere Ereignis erlebt, werden
so manche beim
Lesen dieses Romans empfinden können.
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